Neu und Aktuell

Orkantief Xynthia fällt denkmalgeschützte Linde in Eppstein

Linde, nicht jedoch die umgestürzte

Das Orkantief „Xynthia“ hat am Sonntagabend nicht nur viele Gebäude und Gartengehölze im Kreis beschädigt, sondern auch zwei Naturdenkmale. Eine Linde an der B 455 zwischen Eppstein und Fischbach wurde umgerissen, außerdem ist die Kastanie an der Turnhalle in Marxheim so stark beschädigt, dass sie gefällt werden muss. Das teilt der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher mit.

2.3.2010 - Hielscher: Auch Rosskastanie in Marxheim stark beschädigt

Die Linde an der B 455 war 1965 als Teil des Naturdenkmals „Zwei Linden in Eppstein“ unter Schutz gestellt worden. Die zweite Linde musste bereits vor zehn Jahren aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Die Linde auf der Strecke nach Fischbach war im vergangenen Oktober durch einen Baumsachverständigen kontrolliert worden. Damals gab es nichts zu beanstanden. „Da zwischen Eppstein und Fischbach am Sonntag reihenweise Bäume umgekippt sind, scheinen die Orkanböen hier aber besonders stark gewütet zu haben“, so Hielscher.

Beim Fallen beschädigte der Baum ein Sandsteinkreuz der katholischen Kirchengemeinde Eppstein, das erst 2002 dort aufgestellt worden war. Obwohl die Baumkrone auf den
Radweg und teilweise auf die Fahrbahn fiel, wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr räumte die Fahrbahn notdürftig, stellte die Jesusfigur vom beschädigten Kreuz sicher und brachte
sie ins zuständige Pfarramt. Eine Fachfirma wurde inzwischen beauftragt, die umgefallene Linde zu entsorgen.

Die Rosskastanie an der Turnhalle in Marxheim war erst 1989 unter Schutz gestellt worden. In den vergangenen Jahren bildete der Baum vermehrt Totholz aus, war von verschiedenen
Pilzen befallen und musste deshalb in der Krone stark zurückgeschnitten werden. Obwohl er danach wieder gut ausgetrieben hatte, brach bereits am Samstag vor dem eigentlichen Orkantief einer der Hauptäste direkt am Stamm ab. Durch die nun einseitige Belastung ist laut Hielscher zu befürchten, dass der Stamm auf die Turnhalle kippt. Da die weitere Lebenserwartung von einem Baumsachverständigen ohnehin als sehr gering eingeschätzt worden war, wird der Baum nun gefällt, „bevor das der nächste Sturm erledigt“, sagt
Hielscher.

Weitere Schäden an Naturdenkmalen sind bislang noch nicht bekannt. Schon am Montag waren die Bäume, die am meisten dem Wind ausgesetzt waren, stichprobenartig kontrolliert
worden.

Dass die Naturdenkmale im Main-Taunus-Kreis „aussterben“ werden, ist nach Angaben von Hielscher nicht zu befürchten: „Im Sommer werden voraussichtlich drei neue
Naturdenkmale in Bad Soden und Eppstein ausgewiesen, die ihren Vorgängern würdig
nachfolgen sollen.“

Zurück zur Startseite