27.2.2010 - Wir Frauen fallen sobald Kinder geboren werden wieder in die traditionellen Rollen zurück. Umfragen haben gezeigt, dass immerhin 62 Prozent der Mütter und Väter finden, dass beide Eltern berufstätig sein und sich die Kindererziehung teilen sollten. Laut einer Auswertung des Instituts Allensbach leisten aber immer noch 76 Prozent aller Mütter alles oder das meiste im Haushalt. Daran hat auch ein Bundesgleichstellungsgesetz für die Bundesbehörden nichts geändert. Der Versuch der Bundesregierung, durch Erleichterungen bei der Teilzeit-Arbeit Männer zu motivieren, mehr Familienarbeit zu übernehmen, hat lediglich dazu geführt, dass mehr Frauen Teilzeit oder in geringfügigen Beschäftigungen arbeiten. Niedriges Einkommen und durch Kindererziehungszeiten unterbrochene Erwerbszeiten bedeuten auch weniger Rente - auch wenn Frauen langfristig aufgrund der demografischen Entwicklung als gut ausgebildete Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt immer wichtiger werden.
Wirtschaft, Politik und wir Frauen selbst müssen an einem Strang ziehen, damit die Benachteiligung von Frauen ein Ende hat. Dazu bedarf es familienfreundlicher Arbeitszeiten und des Ausbaus der Betreuung für Unter-Dreijährige. Auch ein Umdenken in der Gesellschaft ist nötig. Es sollte Frauen frei stehen, sich für eine Familienzeit oder für das nahtlose Anknüpfen in der Berufstätigkeit zu entscheiden.